Gesamtvision Bildungssystem Ostbelgien

 

 

 

Schullandschaft Ostbelgien

 

12416 Schüler, 700 Lehrlinge, 2.200 Beschäftigte, 70 Schulniederlassungen, 1 Autonome Hochschule, 1 IAWM, 2 ZAWM, 2 Teilzeit-Unterrichtszentren, 3 Internate

 

EBOB hat ca. 150 Ansprechpartner in 64 Elternratsorganisationen von Schulen in Ostbelgien.

 

 

 

Herausforderungen

 

Digitalisierung in den Schulen

 

Smartschool wird jetzt eingeführt, so dass Zeugnis, Abwesenheiten, … alles digital läuft.

 

Dabei wichtig für die Kinder:

 

·         Als Person und nicht als digitale Nummer wahrgenommen werden (insbesondere bei der Digitalisierung in der Schule)

 

·         Medienkompetenz lernen

 

o   Schutz der eigenen Daten

 

o   „Ewigkeit“ im Internet

 

o   kritisches Hinterfragen von News à was ist echt, was nicht, wie kann etwas verifiziert werden

 

o   Erkennen von Werbung und von Geldabzocke

 

·         Lernen, dass neben Handy und Computer auch noch Leben stattfindet

 

o   Mit der Hand arbeiten (schreiben, malen, werken)

 

o   Persönliche Terminvereinbarung

 

o   Echter Sport vs. Sport mit der Wii

 

o   Interaktion mit Menschen außerhalb der sozialen Medien, z.B. in Vereinen

 

 

 

Bildungskonzepte, aber welche? – neue Unterrichtskonzepte einführen wie z.B. selbständiges Lernen, Lernorte, Lernbüros, projektorientierter Unterricht… die guten Seiten der Unterrichtskonzepte für die unterschiedlichen Bedürfnisse jedes einzelnen Schülers nutzen!

 

·         Erleben, wie Fähigkeiten und Neigungen der Schüler mehr gefördert werden als ihre Defizite

 

o   Selbstständiges Lernen besonders in der Sekundarschule statt Frontalunterricht

 

o   Ergebnisse sollten zählen nicht Anwesenheit

 

·         Umwelt, Nachhaltigkeit, raus in die Natur und politische Bildung fächerübergreifend in Lehrpläne und konkrete Projekte integrieren.

 

  • Integration von Kindern mit Migrationshintergrund aber auch Inklusion von Kindern mit Beeinträchtigungen

 

·         Nebenfächer – Hauptfächer: Kunst, Musik, Sport… genauso wichtig für die (Aus)Bildung wie Mathe, Deutsch, Französisch…

 

·         Aufforderung/Regelung für die Schulen, dass sie sich an den Projekten Kunst oder Wirtschaft macht Schule oder sonstigen Projektangeboten zu Naturwissenschaften oder interkulturellen Aktionen beteiligen sollen.

 

·         Jede Schule soll ein mit allen abgestimmtes Hausaufgabenkonzept gemeinsam mit Eltern, Schülern und Lehrern erarbeiten.

 

·         Benotungskonzept:  Noten ja oder nein, in welcher Form, ab wann, welche Fächer usw.

 

Herausforderung der Nachwuchs-Bildung/Vorbereitung auf die Lehre und auf das Studium – beides ist wichtig!

 

Schulen weiter stärken in jeder Dorf-Orts-Gemeinschaft

 

 

->Eltern, Schüler und Lehrerkollegium noch mehr mit einbeziehen, um gemeinsam die ganzen Herausforderungen gut zu meistern.

 

Stellungnahme des Elternbundes Ostbelgien (EBOB) zum REK

 

 

 

Der EBOB-Vorstand bedankt sich für die Möglichkeit zu dem REK-Thesenpapier Stellung zu nehmen. Der EBOB hat sich auf den Bereich „Bildungsregion“ fokussiert.

 

 

 

Vision

 

Unsere Vision im EBOB ist, dass ein Zusammenspiel zwischen Schule, Eltern und Schülern noch intensiver gefördert wird, so dass auch auf rechtlicher Seite eine Basis entsteht, die Eltern- und Schülerrat auch im Pädagogischen Rat einer Schule ein Mitsprache- und Stimmrecht einräumt im Sinne einer demokratischen Schulordnung.

 

Weiterhin sollen die Schulen einen wichtigen Mittelpunkt im Stadt-/Dorfleben ihrer Gemeinde bilden durch gemeinsame Aktionen mit der Bevölkerung und der Gemeinde. Jede Dorfschule ist ein wichtiger Bestandteil der Gemeinschaft und soll unbedingt erhalten bleiben. Ein Austausch und eine Verbindung zwischen Schule und öffentlichen Institutionen wie Altersheimen, ansässigen Firmen… gehört in den Schul-Alltag.

 

Darüber hinaus soll auch unsere so nahe ostbelgische wunderschöne Naturlandschaft intensiv und regelmäßig in den „Unterricht“ von Kindergarten bis Sekundar eingebunden werden: als Klassenzimmer im Grünen, selbstverständliche tägliche/wöchentliche Ausflüge in die unmittelbare Umgebung…  in allen Fächern und Bereichen, wo immer es sich anbietet und geht. Die Natur gehört ins Klassenzimmer und unsere Kinder ins Grüne, auf Felder und Wiesen und in den Wald.

 

 

 

Unterbelichtung der politischen Bildung:

 

Der EBOB hält politische Bildung für sehr wichtig. Allerdings als übergreifendes Thema, das in Fächern wie Geschichte, Geographie oder in den Sprachenfächern sowie auch in Fächern wie Religion und Philosophie behandelt wird. Bereits heute werden in diesen Fächern demokratische Entwicklungen und Begriffe gelehrt und vertieft. Diese Inhalte sollten dort weiterhin vertieft und fächerübergreifend in Gesamt-Zusammenhang gesetzt werden in lebendigen Übungen wie auch Demokratie-Spielen, Parlamentsbesuchen, Gruppenarbeiten…

 

 

 

Allgemein

 

Wir finden es sehr begrüßenswert, dass die Themen Sprachenbildung (da unterstreichen wir auch die Anmerkungen vom Beirat für Familien und Generationsfragen dazu), Integration, Förderpädagogik, Berufswahl, fächerübergreifende politische Bildung, Mint besondere Erwähnung finden im REK.

 

Am 10. August 2018:

Stellungnahme des EBOB zum Thema Schulferien-Aufteilung

Dem Elternbund Ostbelgien ist in erster Linie wichtig, dass die Bedürfnisse der Schulkinder im Mittelpunkt solcher Überlegungen zur Schulferien-Verteilung stehen. Was ist gut für die Kinder? Welchen Rhythmus benötigen sie, damit der Schulbesuch für sie gut läuft. Und natürlich spielt auch eine wichtige Rolle dabei, wie der Schulbetrieb insgesamt optimal organisiert werden kann für alle Beteiligten. Was ist für die Lehrer, die Erzieher, die Kindergärtner und für das gesamte Schulpersonal sowie eben auch für die Schüler und Eltern, also für alle gemeinsam, der bestmögliche Schul-Ferien-Rhythmus?

Dass nach 6 Wochen Sommerferien weniger „vergessen“ wird als nach 8, bezweifeln die Eltern. Es ist vielmehr so, dass nach einer so langen Ferienperiode die Kinder wieder in den täglichen Schul-Rhythmus finden müssen. Das heißt abends zeitiger ins Bett, morgens früh raus, nachmittags Schulaufgaben machen, lernen… usw. Das ist aber auch nach einer kurzen Ferienperiode so. „Und deswegen wollen wir trotzdem die Ferien nicht abschaffen 😊.“ Im Gegenteil – es ist wichtig, dass nach 6-8 Wochen Schulzeit immer wieder eine Erholungsphase kommt, wo Schüler, Eltern und das Schulkollegium die Möglichkeit erhalten inne zu halten, sich zu organisieren, nach- und vorzubereiten…, um dann wieder mit frischem Elan weiterzumachen.

Die Sommerferien teilen die Schuljahre und sind ein wichtiger Jahresabschnitt für uns Eltern von Schulkindern. „Das Jahr beginnt für uns quasi am 1. September und endet am 30.Juni und nicht am 1. Januar, der liegt irgendwo mitten im Schuljahr in den Weihnachtsferien.“ Diese 2 Monate Sommerferien sind sinnvoll und notwendig, um so richtig den Schulalltag hinter sich zu lassen, bevor es dann ja schon Mitte August für die Schulen losgeht mit der Organisation des Schulbetriebs, Stundenpläne, Einschreibungen… und insbesondere für diejenigen, die noch eine Nachprüfung vorzubereiten und zu bestehen haben.
Also diese 2 Monate sind optimal für alle Beteiligten Abstand vom Schulalltag zu gewinnen, Ferien zu machen mit den Eltern, Freunden… und das auch noch zu kombinieren mit anderen Tätigkeiten wie Ferienjobs, Sportlager usw.… Dass wir Eltern uns organisieren müssen bei der Kleinkindbetreuung, das sind wir gewohnt in den Sommerferien und an allen anderen schulfreien Tagen.
Hier hilft mehr Flexibilität am Arbeitsplatz wie z.B. Homeoffice, flexible Arbeitszeiten in den Ferien… und Entlastung der Eltern durch noch mehr gute und kindgerechte Angebote während der Schulferien, in denen auch Tagesmütter und außerschulische Betreuung nicht zur Verfügung stehen. Gerade auch Angebote anderer Institutionen, bei denen die Kinder völlig frei und spielend den Ferientag verbringen und genießen können, sowie solche mit organisierten durchstrukturierten Aktivitäten lassen die Kinder auf anderen Ebenen spielerisch lernen und ihren Horizont über den Schulalltag hinaus erweitern.

Gegenüberstellung der grundsätzlichen Merkmale weiterführender Schulen Aachen-Ostbelgien

Eine Gegenüberstellung einiger Fakten zu deutschen und belgischen Schulen. Ohne Wertung, was besser oder schlechter ist! Kein Anspruch auf Vollständigkeit!  Einige Vorurteile sollen damit ausgeräumt werden. Kann man aber sicherlich immer weiter bearbeiten… Ob es als Entscheidungshilfe taugt, sei mal dahingestellt!? Was für das eine Kind gut ist, ist es für das andere Kind noch lange nicht. 
Noch zur Info: Eine Mutter im EBOB hat ein Kind in Deutschland in der Schule und das andere in Belgien, weil es für die Kinder so besser passte – Familien-organisatorisch sicherlich eine große Herausforderung! 
Gerne könnt ihr ergänzen und noch Fragen/Anmerkungen dazu senden und es auch weiterleiten…!

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Leitfaden zum möglichen Vorgehen bei Ärger in der Schule (vom EBOB erstellt, wir nehmen Anregungen gerne an )


Pädagogischer Rat

 Es wird immer schwieriger, gerade in den Sekundarschulen, neue Mitglieder für die

Arbeit im Elternrat zu motivieren.
Woran liegt das?
Wir müssen die Arbeit in den Elternräten wieder interessanter gestalten.

Ein Mittel dazu könnte die engere Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium sein sprich die Zusammenarbeit im Pädagogischen Rat (PR). Auch wenn wir Elternräte per Dekret noch kein Recht haben uns in pädagogische Belange der Schule einzumischen, heißt das nicht, dass wir dazu keine Meinung oder sogar Sorgen und Ängste haben.

Im PR können Lehrer und Eltern direkt Informationen untereinander austauschen, ihre Meinungen einbringen und gemeinsam an Lösungen zusammenarbeiten. Die so gefundenen Lösungen stehen auf einer breiteren Basis und finden letztendlich so eine größere Akzeptanz. Probleme können schneller angegangen und Missverständnisse aufgeklärt werden. Schließlich geht es unmittelbar um die Zukunft unserer Kinder.

Die größte Hürde ist es, die Angst der Schule abzubauen, dass Eltern sich zu sehr einmischen könnten. Es ist an uns diese Barriere abzubauen und dem Kollegium den Mehrwert einer konstruktiven Zusammenarbeit mit uns Eltern aufzuzeigen. Die Schulen, in denen der ER bereits im PR vertreten ist, können das bestätigen.

Natürlich werden im PR auch Themen besprochen, die die Eltern augenscheinlich erst einmal nichts angehen, aber auch hier können die Eltern evtl. mit Ideen und Anmerkungen beisteuern (Stichwort Querdenken).

In der Sekundarstufe, oder den Berufsschulen gehört es zum natürlichen Abnabelungsprozess der Kinder, dass sie selbstständiger werden und das Elternhaus immer weniger vom Schulalltag mitbekommt. Das bedeutet aber nicht, dass wir Elternräte uns nicht weiter konstruktiv und nicht nur finanziell einbringen wollen

Wir vom EBOB möchten, dass die rechtliche Grundlage per Dekret für eine Teilnahme der Eltern und Schüler am PR geschaffen wird.

 

Das bestehende Dekret könnte nach unseren Vorstellungen wie folgt erweitert werden (roter Text):

Artikel 49 - Zusammensetzung und Arbeitsweise

Der Pädagogische Rat besteht aus dem Schulleiter oder den Schulleitern, dem Vertreter des Schulträgers sowie aus mindestens 5 Mitgliedern [des Lehr-, Erziehungshilfs-, paramedizinischen und sozialpsychologischen Personals], sowie 2 Elternvertretern und 2 Schülervertretern.

In einer Schule oder Niederlassung mit weniger als 5 Mitgliedern des [Lehr-, Erziehungshilfs-, paramedizinischen und sozialpsychologischen Personals] besteht in Abweichung von Absatz 1 der Pädagogische Rat aus allen Mitgliedern des Lehr- und Erziehungspersonals und mindestens 1 Eltern- und 1 Schülervertreter.

Alle Mitglieder des Pädagogischen Rates haben Stimmrecht. Der Schulleiter oder einer der Schulleiter ist Vorsitzender des Pädagogischen Rates. 


Religionsunterricht

 Wir finden es sehr begrüssenswert, dass das Thema Religionsunterricht diskutiert wird.

Die Gesellschaft und die Welt sind im Wandel. Diesen Veränderungen sollte sich auch dieses Unterrichtsfach anpassen.

 

Wie eine EBOB-Kollegin es ausdrückt:

„Auf der einen Seite finde ich es gut, dass den Schülern Werte wie Toleranz und Respekt in einem Religionsunterricht vermittelt werden. Dort wird ja auch über andere Religionen gesprochen.

Auf der andern Seite frage ich mich, ob ein Religionsunterricht wirklich noch Platz hat in unserer Zeit.

Wichtig ist in jedem Fall, den jungen Leuten den Respekt im Umgang mit andern Menschen und anders denkenden Menschen zu lehren. Da ist die Glaubensrichtung wirklich zweitrangig.

 

Dieser Meinung möchte sich der Elternbund anschliessen. Auch aus dem Grund, dass wir den Eindruck haben, dass dies eine recht verbreitete Meinung ist.

 

Ob das Fach Religionsunterricht, Moral oder Ethik genannt wird, ist zweitrangig. 

Auf die Inhalte und die Vermittlung kommt es an.

 

Unser Vorschlag für zukünftigen Religionsunterricht ist daher:

 

  • Ja zum Religionsunterricht als Pflichtfach, es würde sonst nicht mehr gewählt werden, da es keinen Vorteil für den Abschluss und Prüfungen bringt
  • Konfessionsübergreifender Unterricht ist unbedingt gewünscht, da die Kinder nicht nur die eigene Religion bzw. Kultur kennen lernen sollen, sondern auch die ihrer Mitmenschen. Dieser Unterricht ermöglicht es dann, dass ein Kind, das durch Elternhaus und Gesellschaft z.B. die katholische Religion und deren Besonderheiten wie bspw. Weihnachten, Taufe, Konfirmation kennt, auch Bescheid weiss über den Islam und dessen Hintergründe und Rituale. Es weiss dann, dass auch die Menschen, die anderen Glaubensrichtungen angehören, hierdurch nichts Bedrohliches haben, weil es ja die Inhalte dieser Religionen kennt. Und somit könnte der Unterricht dazu beisteuern, dass Religion die Menschen nicht mehr trennt, wie es die aktuelle Lage und Geschichte der Welt zeigt, sondern die Gemeinsamkeiten der Menschen und ihrer innersten Überzeugungen aufzeigt.
  • Die Religion wird möglichst von jemanden vermittelt, der dieser Glaubensrichtung angehört. Dies aus dem Grund, weil Religion keine reine Theorie ist, sondern mit der inneren Überzeugung zu tun hat. Nur jemand, der diese Überzeugung teilt, kann seinem Gegenüber dies authentisch vermitteln. So  ist es ein Unterschied, ob man über die Wiedergeburt aus einem Buch liest oder von jemanden dessen Glauben, der sich seit Jahrtausenden gebildet hat, erzählt bekommt. Auch können so Fragen gestellt werden: Wieso werden Eure Kinder getauft, was bedeutet das? Wieso fastet Ihr am Ramadan? Wieso esst Ihr koscheres Essen?
  • Auch konfessionsunabhängige Themen wie eben Respekt und Toleranz sollten Platz im Unterricht haben. Hierzu ist es unbedingt notwendig, dass die Schüler sich einbringen können und der Unterricht nicht aus reiner Wissensvermittlung besteht.

Theoretischer Fahrschulunterricht

Der Elternbund Ostbelgien V.o.G. wurde, stellvertretend für alle Eltern der DG, vom Ausschuss III für Unterricht, Ausbildung und Erwachsenenbildung des Parlaments der DG um Stellungnahme zu o.g. Dekretvorschlag gebeten. 


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